Otto und Therese Heyum

Otto Heyum

Geburt14.10.1902, Rückershausen, Untertaunuskreis
Flucht07.07.1939 nach Brüssel,Rue Berkmans 104, Belgien
InterniertCaserne Dossin in Malines-Mechelen
Deportation25.08.1942 nach Auschwitz
Ermordetin Auschwitz, Datum nicht bekannt

Therese Heyum geb. Kaiser

Geburt28.01.1906, Frickhofen
Flucht14.02.1940 nach Brüssel/Belgien
InterniertCaserne Dossin in Malines-Mechelen
Deportation25.08.1942 nach Auschwitz
Ermordet24.09.1942 in Auschwitz

Heinrich Kaiser

Geburt19.03.1876, Frickhofen, lebte bis 1940 in Limburg
Flucht 12.01.1940 Umzug nach Camberg, später nach Frankfurt, Unterlindau 74
Deportation19.10.1941 Lodz/Litzmannstadt
Ermordet in Lodz/Litzmannstadt, Datum nicht bekannt

Otto Heyum zog am 16.03.1930 von Rückershausen nach Camberg. Von Beruf war er Viehhändler. Er wohnte mit seiner Frau Therese Heyum in der Limburger Straße 57 (heute 29). Am 30. April 1935 wurde ihr Sohn Simon geboren, der aber schon einen Tag später starb.

In der Pogromnacht wurde ihre Wohnung verwüstet. Aus den Akten im Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden geht hervor, dass das Ehepaar über einen großen Hausstand verfügte. In der Inventarliste sind eine Vielzahl von Haushaltsgegenständen sowie Wäsche und Kleidung verzeichnet.

Im Februar 1939 beantragte Otto Heyum die Ausstellung eines Reisepasses zur Auswanderung in die USA. Der Kreisleiter der NSDAP genehmigte am 17. Februar 1939 die Ausstellung eines Reisepasses zur endgültigen Auswanderung. Am 5. April 1939 erklärte Otto Heyum schriftlich, dass er nach vollzogener Auswanderung nicht mehr nach Deutschland zurückkehren werde.

Therese Heyum wurde am 05. Juni 1940 von der Devisenstelle des Oberfinanzpräsidenten von ihrem gesperrten Vermögen ein monatlicher Freibetrag von 150 RM gewährt. Sie war zu diesem Zeitpunkt aber schon nach Belgien umgezogen, wie der Briefträger auf der Rückseite des Briefes notierte. Von dort wurde das Ehepaar am 25.08.1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Ottos Tante Regine, geboren am 
7. November 1873 in Erbach/Rheingau, war die Ehefrau von Hermann Löwenthal. Das Ehepaar und die behinderte Tochter Irma wurden ebenfalls Opfer der Schoah. Siehe Seite 26/27.

Otto Heyums Vater, Jakob Heyum, geboren am 14. Juli 1875 in Erbach Rheingau, zog am 15. Juni 1934 von Rückershausen nach Camberg zu seinem Sohn. Er starb am 21. Juni 1937 in Camberg und wurde hier auf dem Friedhof beerdigt.

Thereses Vater, Heinrich Kaiser, wurde 1876 in Frickhofen geboren. Er betrieb in Limburg eine Pferde- und Viehhandlung. Seine Frau Emma, geb. Wurzinger, starb am 31. August 1926 in Limburg im Alter von 51 Jahren. Dort gehörte er dem Israelitischen Männer-Wohltätigkeitsverein und der Ortsgruppe Limburg im Reichbund jüdischer Frontsoldaten an.

Seine Frau Emma, geb. Wurzinger, starb am 31.08.1926. Im Januar 1940 zog der Witwer zu seiner Tochter Therese Heyum (Limburger Straße 57, heute 29). Am 27. Februar 1940 bat er die Devisenstelle (Oberfinanzdirektion) in Frankfurt, um Mittel zum Umzug seiner Tochter und Schwiegersohnes nach Belgien zu ermöglichen.

Er selbst zog wahrscheinlich kurze Zeit später nach Frankfurt. Von dort wurde er am 19. Oktober 1941 bei der ersten großen Deportation aus Frankfurt in das Ghetto Lodz verschleppt, wo er ums Leben kam.

Seine Kinder Siegbert Kaiser, Therese Heyum (Nr. 28) und Karola Schnurmann wurden ebenfalls Opfer des Holocaust.