Lois und Erna Heymann

Louis Heymann

Geburt21.10.1879, Camberg
Wohnorte1920 – 1938 Hanau, Philipp-Ludwig-Anlage 11, später Salzstr. 31, zuletzt Sandeldamm 6
1938 Frankfurt, Mittelweg 48
Deportation01.09.1942 Theresienstadt
Ermordet25.01.1943 in Theresienstadt

Erna Heymann geb. Schwab

Geburt24.07.1886, Hanau
Fluchtnach Frankfurt, Mittelweg 48
Deportation01.09.1942 Theresienstadt
Ermordet14.03.1943 in Theresienstadt

Louis Heymann war der Sohn des Religionslehrers Ferdinand Heymann und seiner Frau Rebecca geb. Danzig., der von Hadamar kommend, im Dezember 1872 von der Kultusgemeinde in Camberg angestellt wurde.

Die Familie Heymann lebte in der kleinen jüdischen Schule in der Haingasse. Um etwas mehr Platz für seine Familie zu bekommen, wurde in der jüdischen Schule 1880/81 die Stadtmauer entfernt. 1891/92 lebte er mit 7 Personen in den sehr beengten Verhältnissen.

Ferdinand Heymann, seine Frau Rebecka und die Tochter Thekla sind auf dem neuen jüdischen Friedhof beerdigt worden.

Louis Heymann war Kriegsteilnehmer im 1. Weltkrieg.

Er zog nach Hanau wo er am 14.04.1920 Erna Schwab heiratete. Erna Schwab war die Tochter des Hanauer Edelsteinhändlers Samuel Schwab.

Bis 1938 wohnte das Ehepaar in Hanau. Louis und Erna Heymann flohen dann in die Anonymität der Großstadt. In der Liste der Anträge auf Namensänderung nach dem Gesetz vom 17. August 1938 wird als Wohnort Frankfurt angegeben.

Das Ehepaar lebte in Frankfurt offenbar in bescheidenen Verhältnissen und wurde vom Bruder der Ehefrau, Max Schwab aus Hanau, finanziell unterstützt, was aber nicht ohne Streitigkeiten ablief.

Louis Heymann erhielt zu dieser Zeit monatlich 52 Mark von der Invalidenversicherung und 40 Mark von seinem Schwager. Max Schwab war der Meinung, dass er sich von seinem Bruder in New York auch finanziell unterstützen lassen könne. Dies Ansinnen lehnt aber Louis Heymann ab. 

Eine sehr detaillierte Liste der Wohnungseinrichtung, der Kleider und Schmuckstücke des Ehepaars in den sogenannten Devisenakten im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden ergibt einen Wert von 16.160 RM. 

Am 30.09.1942 wurde das Vermögen des Ehepaars Heymann eingezogen. Begründung „Evakuierung nach dem Osten“. 

Als letzte Adresse der Eheleute wird Frankfurt, Mittelweg 48/EG angegeben. Von dort wurde Louis Heymann zusammen mit seiner Ehefrau Erna Heymann am 1. September 1942 im Alter von 62 Jahren bei der achten großen Deportation aus Frankfurt in das Durchgangs- und Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt, wo er vier und sie knapp 19 Monate später starben. Das Ehepaar erlebte die nationalsozialistische Verfolgung nicht in Camberg. Ihr Lebensmittelpunkt war Hanau, später lebten sie kurzzeitig in Frankfurt, von wo sie deportiert wurden.

Die Stadt Hanau erinnert an sie an der Gedenkstätte „Ehemalige Ghettomauer“.