Ernst Löwenberg
| Geburt | 03.12.1899, Kamberg (Camberg) |
| Einweisung | 28.04.1937 Bendorf Sayn |
| Deportation | 22.03.1942 nach Izbica |
| Tod | Datum unbekannt |
Ernst Löwenberg wurde am 3. Dezember 1899 in Kamberg (Camberg) geboren. Er wohnte bei seinen Eltern im Mühlweg 14. Sein Vater hieß Moritz Löwenberg (geboren am 20. Oktober 1878 in Lengerich, wahrscheinlich am 02. Februar 1937 in Frankfurt gestorben, Beerdigung in Camberg am 04. Feburar 1937), seine Mutter Mathilde Löwenberg geb. Dreifuß, (geboren am 28.02.1874 in Rockenhausen, gestorben am 13.04.1937 in Camberg). Moritz Löwenberg war Kaufmann und hatte ein Manufaktur- und Konfektionsgeschäft in der Frankfurter Straße in Camberg. Er war auch Gastgeber für Kurgäste.
Ernst Löwenberg war, wie man damals sagte, „nervenkrank“. Bei Sonderaktionen in Camberg der Nazis wurde er sehr schwer verletzt. Auch sein Vater hatte unter den brutalen Ausschreitungen sehr zu leiden.
Ernst Löwenberg kam nach den Tod der Eltern am 28. April 1937 in die Jacoby’schen Heil- und Pflegeanstalt in Bendorf-Sayn (auch Israelitische Kuranstalten Sayn für Nerven- und Gemütskranke) bei Koblenz. In den Akten ist sein Beruf mit „Kfm.“ (Kaufmann) verzeichnet. Als Diagnose wird „Genuine Epilepsie“ und als Maßnahme „DV“ (dauernde Verwahrung wegen Geisteskrankheit) angegeben. Am 1. Juli 1937 wird als Diagnose „erbliche Fallsucht“ vermerkt mit dem Hinweis „Wird wegen Geistesstörung in der geschlossenen Anstalt verwahrt“.
Ernst Löwenberg wurde am 22. März 1942 mit dem 1. Transport in das polnische Ghetto Izbica deportiert. In dem Zug befanden sich neben 337 Juden aus Koblenz – darunter 84 jüdische Insassen der Heilanstalten in Bendorf-Sayn – noch Personen aus weiteren rheinischen Städten. Am 24. oder 25. März kam der Zug in Izbica an. Die Insassen des Zuges wurden nach ihrer Ankunft in Izbica als „Transport III“ registriert. Sie konnten noch eine Zeit lang, vermutlich etwa 3 bis 4 Wochen, durch Postkarten mit ihren noch nicht deportierten Angehörigen in Verbindung treten. Das Ghetto Izbica entwickelte sich zu einem Durchgangslager für die Vernichtungsstätten Sobibor und Belzec. Von Ernst Löwenberg gab es keine Nachrichten mehr. Sein Todesdatum lässt sich nicht ermitteln.