Emma May

Geburt05.05.1874, Camberg
Fluchtnach Holland 11.05.1939 
Deportation10.12.1942 von Westerbork (Holland), nach Auschwitz 21.12.1942
ErmordetAuschwitz 24.09.1943

Emma May war das älteste Kind von (Markus) Mayer May und seiner Ehefrau Juliane Mayer. Mayer May betrieb ein Textil- und Möbelgeschäft in dem von ihm erworbenen Haus in der Frankfurter Straße 5. Er war eine in der jüdischen und auch in der Zivilgemeinde angesehene Persönlichkeit, z. B. als Stadtverordneter oder als Mitglied des Kriegervereins, weil er am Frankreichfeldzug 1870/71 teilgenommen hatte.

Emma heiratete am 30. August 1899 Daniel Otto Liebmann und zog nach Frankfurt/M. Die kinderlose Ehe war offenbar nicht glücklich und wurde 1911 geschieden. 

Da sie, wie damals üblich, keinen Beruf gelernt hatte, machte sie sich im Elternhaus und später im Haushalt ihres Bruders Hermann, der das Geschäft übernommen hatte, nützlich. Sie hatte ihre Unterkunft in der 1923 zum Wohnhaus umgebauten Scheune neben dem Geschäftshaus. Seit 1936 lebte sie in Frankfurt, wo sie in der Wohnung ihres verwitweten Schwagers Gustav Droller in der Scheffelstraße 11 diesen und den jungen Neffen Robert Markus May betreute, der das jüdische Gymnasium (Philantropin) besuchte. 

Seit 1937 betrieb sie ihre Auswanderung, beantragte in Camberg einen Pass. Aber erst am 11. Mai 1939 übersiedelte sie nach den Niederlanden. Unterkunft fand sie wahrscheinlich bei Bruder Siegmund und Schwager Gustav Droller im Hotel Hiegentlich in der Hoogstraat 9/11 in Amsterdam. Am 4. Juli 1940 zog sie in die Uitwaardenstraat 86 I.

Wie in solchen Fällen üblich, wurde ihr Vermögen staatlich überwacht. Sie musste für die Kosten ihrer Auswanderung die Genehmigung der Behörde (Devisenstelle) einholen. Am 14. 6. 1939 gibt die Nassauische Landesbank der Devisenstelle Frankfurt Nachricht von Überweisungen und fügt hinzu: „Wir bemerken noch, daß Frau May am 11. Mai d. Js nach Holland ausgewandert ist und wir deren Guthaben in Höhe von RM 2.989 als Auswanderersperrmarkguthaben führen.“

Bruder, Schwager und sie selbst wurden am 10. Dezember 1942 von der Gestapo verhaftet und in das Sammellager Westerbork verbracht. Nach Auschwitz deportiert, wurde sie am 24. September 1943 dort ermordet.