JUDENFEINDSCHAFT IN CAMBERG
In Archiven finden sich immer wieder Dokumente, in denen Vorbehalte, wenn nicht gar Vorurteile der Camberger Bürger gegenüber den jüdischen Mitbewohnern zum Ausdruck kommen. Es ist schwierig zu entscheiden, wie weit es sich hier um Konkurrenzneid, religöse Vorurteile und später auch rassistische Vorurteile handelt.
Im 18. Jahrhundert finden sich vielfach Beschwerden der Bürgerschaft über die zu große Zahl jüdischer Familien. 1765 wurde behauptet „der Ort wird mit armen Untertanen und Juden ohne Schutzbrief belastet, die sich nur durch Diebstähle in Garten, Feld und Wald ernähren können, wird frembden, ohnsesshaften Juden bis dato der Aufenthalt zur Treibung [von] Handel und Wandel mit allerley Waare, denen gnädigst landesherrlichen Verordnungen zuwider, dergestalt verstattet, daß christliche Handelsleuth und [in] Glayd stehende Juden einen mehr als empfindlichen Schaden und Nachtheil davon spüren müssen.“
Nebenstehend: Deckblatt eines Gutachtens über Anzahl und gewerbliche Tätigkeit der Camberger Judenschaft von 1790
Der gehorsamste Anschluss enthält die Beantwortung der acht, mittels gefälligen Auftrags vom ersten et [...] vom dritten hujus [September] an das da hiesige gemeinsame Amt gestellten Auftragspunkten bezüglich der da hiesigen Amtsjudenschaft, wir haben anmit die Ehre in der vollkommensten Hochachtung allstets zu beharren.
Euer Wohlgeboren
[...]
Camberg den 6. September 1790
Ex mandato [im Auftrag] Fischer, Amtssekretär kurfürstl. trier. und fürstl. oranien nassauische Beamte hieselbsten