Synagogen in Camberg

1771 erwarb sie von Kirchendiener Johannes Löw ein kleines Gebäude in einer Nebenstraße inmitten der Stadt. Der Jude Sabel hatte hier eine Wohnung. Im „dritten Stock“, direkt unter dem „Fachwerk“ bzw. „Dachwerk“

(den Sparren), in dem mit Tannenbrettern ausgelegten Speicher wurde der Gebetsraum eingerichtet.

Das Haus wird als „Bäugen“ bezeichnet, es dürfte sich also um ein eher geringes Bauwerk gehandelt haben. Es wird vom Oberamtmann und vom Amtssekretär Fischer als in der Nähe bzw. gegenüber dem Haus des nassauischen Schultheißen und Rentmeisters Sebastian Dabuz lokalisiert. Dieser bewohnte das heutige Haus Strackgasse 14. Das „Häuschen“ stand etwa „20 Schritt“ vor der Einmündung der Schmiedgasse in die Strackgasse.

Vielleicht auf Anstiftung des Rentmeisters wandte sich die Bürgerschaft gegen das Synagogenlokal, denn er „quärulirte über das unangenehme

Geschrey und Gebett“ während des jüdischen Gottesdienstes.