Gustav und Jeanette Eschenheimer

Gustav Eschenheimer

Geburt19.04.1865, Esch/Taunus 
Flucht1937 nach Rotterdam, später Naarden
Deportation14.08.1943 nach Westerbork
Ermordet17.09.1943 in Auschwitz

Jeanette Eschenheimer geb. Goldschmidt

Geburt18.05.1865, Singhofen
Flucht1937 nach Rotterdam, später Naarden
Deportation29.05.1943 nach Westerbork
Ermordet23.07.1943 in Sobibor

Gustav Eschenheimer wurde in Esch geboren. Seine Eltern Feist und Gretchen betrieben Landwirtschaft und Viehhandel und hatten eine Metzgerei. 

Gustav heiratete Johannette (Jeanette) Goldschmidt und hatte mit ihr neun Kinder. Er führte die Familiengeschäfte in Esch, später unterstützt durch zwei seiner Kinder, weiter. 

1917 siedelte die Familie nach Camberg über, wo sie in der Frankfurter Straße (heute Nr. 38) eine Metzgerei eröffnete. Es gab je eine Verkaufstheke für koscheres Fleisch und nicht-koscheres Fleisch.

Am 2. August 1933 wurden jüdische und politisch andersgesinnte Camberger von Nazis überfallen. Laut Familienüberlieferung konnte der wehrhafte Gustav sich und seine Familie mit einem Metzgermesser gegen die Eindringlinge verteidigen. 

1936 besuchte das Ehepaar den Sohn Berthold in Palästina, kehrte aber trotz Warnungen wieder nach Camberg zurück. 
Die zunehmende Repression, das Verbot einer einträglichen Geschäftstätigkeit, auch der Wegzug der Kinder, veranlassten das Ehepaar, ihr Anwesen zu verkaufen. Die Ausreise nach Holland zu ihrem Sohn Eugen ist für den 20. März 1937 aktenkundig. Später zog die Familie (Gustav, Jeanette, Eugen, Lucie und Felix) in die Van Ostadelaan 7, Naarden. 

Jeanette wurde am 29. Mai 1943 inhaftiert und bis 20. Juli 1943 im Sammellager Westerbork festgehalten. Von hier aus brachte man sie am 20. Juli 1943 ins Vernichtungslager, Sobibor. Am 23. Juli 1943 wurde sie hier ermordet. 

Sohn Eugen hatte geplant, in den Untergrund zu gehen, wurde aber mit Frau, Sohn und Vater von der Gestapo verhaftet. Vom Sammellager Westerbork wurde Gustav am 14. September 1943 nach Auschwitz transportiert, wo er vermutlich am 17. September ermordet wurde.

Nach 1945 lebten nur noch zwei der neun Kinder der Eheleute und zwar, Berthold  in Palestina und Erna, verh. Joseph, die in Belgien und Südfrankreich überlebten.