Bürgerprojekt Alte jüdische Schule
Das Bürgerprojekt „Alte jüdische Schule“ wurde 2009 vom Verein Historisches Camberg e.V. ins Leben gerufen. Ein bescheidenes kleines Fachwerkhaus an der ehemaligen Stadtmauer, durch die Benutzung als Schmiede und Autowerkstatt ziemlich heruntergekommen und teilweise zerstört, stand zum Verkauf. Es war bekannt, dass es vom Ende des 18. Jahrhunderts bis 1838 als jüdisches Gemeindehaus und Synagoge, danach bis 1906 als Schule, Lehrerwohnung und Frauenbad gedient hatte. Dem damaligen Vorstand unter seinem Vorsitzenden Walter Lottermann (†) gelang es, die Vereinsmitglieder, die Gremien der Stadt und interessierte Bürger von der Idee zu überzeugen, das Häuschen mit dem Ziel zu erwerben, an die zerstörte Judengemeinde Cambergs zu erinnern, aber auch die ehemalige Stadtbefestigung zu dokumentieren, in deren Schatten das Gebäude steht. Realisiert werden sollte das Projekt unter anderem durch ehrenamtliches Engagement und kostenlose Beiträge von Bauhandwerkern, sowie Geldspenden. Tatsächlich wurden zusätzlich zu dem großzügigen Anteil, den die Stadt Bad Camberg aus dem Etat für die Altstadtsanierung diesem Projekt zur Verfügung stellte, über 3.500 ehrenamtliche Arbeitsstunden und zahlreiche Geldspenden durch den VHC initiiert und eingeworben sowie Handwerksleistungen in beträchtlichem Umfang eingebracht. Bemerkenswert ist dabei, dass es gelang, in das Projekt „Alte jüdische Schule“ interkulturelles und überparteiliches Engagement einfließen zu lassen. Unser großer Dank gilt an dieser Stelle allen, die sich in verschiedenster Weise für die Verwirklichung des Bürgerprojekts eingesetzt haben.